Wohin mit alten Atom-U-Booten?

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Written By: Stephan
Wohin mit alten Atom-U-Booten?

Was die Wikipedia über den Verbleib alter Atom-U-Boote weiß, ist mehr als haarsträubend:

Weit größere Probleme mit der umweltgerechten Zerlegung der Rümpfe sowie der Endlagerung der verbrauchten Kernbrennstoffe hatte und hat die russische Marine, die große Stückzahlen von Atom-U-Booten von der Sowjetmarine geerbt hat. Da Russland aber nach dem Zusammenbruch der UdSSR kaum genug Geld aufbringen konnte, um die noch seetüchtigen Schiffe zu unterhalten, wurde der fachgerechten Entsorgung der U-Boote kaum Wert beigemessen, viele verrosteten in russischen Marinebasen. Ende der 1990er Jahre hatte die russische Marine circa 130 alte nuklear angetriebene U-Boote angesammelt, die teilweise schon vor 20 Jahren außer Dienst gestellt worden waren und nur durch in den Rumpf gepumpte Druckluft und an die Seiten gebundene Pontons nicht sanken.

Die Sowjetunion hatte sich kaum um die veralteten, ab Mitte der 1980er Jahre außer Dienst gestellten Atom-U-Boote gekümmert, sondern mehr Mittel für Notreparaturen an alten sowie den Bau immer neuer Boote aufgewandt. Reaktoren und die daraus entnommenen, verbrauchten, aber noch radioaktiven Kernbrennstoffe von Booten, die zerlegt wurden, wurden an der Küste in teils nicht ausreichend abgeschirmten Stätten gelagert. Mitunter war allerdings in diesen Lagern nicht ausreichend Platz vorhanden, so dass ganze Reaktoren, teils mit, teils ohne Kernbrennstoffe, an der Küste der Karasee, überwiegend in den Fjorden von Nowaja Semlja, verklappt wurden. Davon enthielten bis zu elf Reaktoren noch verbrauchte, radioaktive Brennelemente. Unter diesen befinden sich auch zwei experimentelle, flüssigmetallgekühlte Reaktoren aus dem Unterseeboot K-27, das 1968 einen schweren Unfall hatte und 1981 dort komplett versenkt wurde.

Allein in den Häfen der Fernost-Flotte liegen (Stand 2006) 30 bis 40 außer Dienst gestellte Atom-U-Boote. Um diesem Problem Herr zu werden ist Russland inzwischen auf internationale Hilfe angewiesen. So erhielt die Flotte 2006 von Japan 171 Millionen US-Dollar, um nur fünf dieser Einheiten fachgerecht entsorgen zu können. Allein bis 2006 erhielt Russland vom Ausland über eine Milliarde US-Dollar für die Zerlegung von U-Booten und bot selbst 200 Millionen Dollar auf. Mit diesem Geld sollen alle außer Dienst gestellten U-Boote bis 2010 fachgerecht abgebrochen werden.  Einer der größten Geldgeber sind die USA mit ihrem Cooperative-Threat-Reduction-Programm.

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