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Schwimmende Atomkraftwerke im Packeis

Schwimmende Atomkraftwerke im Packeis

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Written By: Stephan
Schwimmende Atomkraftwerke im Packeis

Russland möchte die Gas- & Ölvorkommen in der Arktis endlich vollständig erschließen. Doch das genügt nicht: Zur Förderung der Schätze der Erde setzen die Russen nun vollständig auf eine Karte: Atomenergie. Dass gerade Russland sich mit Atomenergie und Atom-(U)Booten gut auskennt, haben sie ja schon 1986 und in den Vor- & Folgejahren mehrfach eindrucksvoll bewiesen

Nun also schwimmende Atom-Bohrinseln. Der geneigte Leser dürfte schwer daran interessiert sein, wie es so um die allgemeine Sicherheit von Bohrinseln steht:

25.11.1979 im Golf von Bohai: Die chinesische Bohrplattform Bohai-2 sinkt in einem schweren Sturm zwischen China und Nord-Korea. Durch ein Leck in der Belüftungsanlage war Wasser eingedrungen. 72 Besatzungsmitglieder ertrinken.

27.03.1980 im Ekofisk-Feld (Norwegen): Ein Sturm mit Windstärke 10 zerbricht einen der fünf schwimmenden Ponton-Pfeiler der Versorgungsinsel “Alexander Kielland”. Von den 212 Mann an Bord können 123 nicht gerettet werden. 75 werden tot geborgen, 48 bleiben im eisigen Wasser vermisst.

15.02.1982 vor Neufundland (Kanada): In stürmischer See kentert die Bohrinsel “Ocean Ranger”. Keines der 84 Besatzungsmitglieder überlebt.

13.01.1998 im Nordwesten Spaniens: Ein Orkan reißt eine riesige Ölbohrinsel aus der Verankerung und treibt sie gegen eine Brücke. Ein 100 Meter langes Teilstück der Brücke stürzt ein, Menschen kommen jedoch nicht zu Schaden.

13.06.2000 vor der norwegischen Küste: Die norwegische Ölplattform “Bideford Dolphin” hat sich aus ihrer Verankerung gerissen und treibt mit 77 Mann Besatzung bei stürmischem Wind knapp unterhalb der Orkangrenze im Snorre-Feld.

Und weil das ja noch nicht genügt, nehmen wir nun also noch die gute, alte, sichere Kernenergie mit hinzu. Die taz zitiert dazu einen Mitarbeiter einer norwegischen Umweltschutzorganisation:

Feuer und Gasexplosionen seien die Hauptrisiken, die mit allen Bohr- und Förderaktivitäten verbunden sind, konstatiert die Bellona-Analyse. Bei über- oder unterseeischen Konstruktionen mit nuklearer Versorgung könne dies dann zusätzlich noch eine radioaktive Verstrahlung zur Folge haben. “Was passiert, wenn sich in diesen abgelegenen Regionen ein Unfall ereignet? Wie sind die Reaktoren gegen einen Terrorangriff gesichert, gegen Sabotage oder Kaperung?”, fragt der Bellona-Atomkraftexperte Nils Bøhmer.

Das Umweltrisiko durch die Ausbeutung von Öl- und Gasreserven sei in der Arktis größer als an jedem anderen Ort der Erde, erklärt Bellona. Der Einsatz von “schwimmenden Mini-Tschernobyls wird dieses Risiko noch vervielfachen”.

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