Die vom BfS (Bundesamtes für Strahlenschutz) in Auftrag gegebene Studie verglich die Krankheitsfälle in den Kreisen mit AKW mit anderen. In einer Presseerklärung des Bundesumweltamtes heißt es zur Studie: „Im Fünf-Kilometer-Umkreis um die Reaktoren wurde im Untersuchungszeitraum von 1980 bis 2003 festgestellt, dass 37 Kinder neu an Leukämie erkrankt sind. Im statistischen Durchschnitt wären 17 Fälle zu erwarten gewesen.“
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]]>„Bei Versicherungen berechnet man das Risiko mit der Formel Wahrscheinlichkeit mal zu erwartender Schadenssumme. Selbst wenn nur einmal in 1000 Jahren ein schlimmer AKW-Unfall passiert, ist der Schaden nicht zu verantworten“, sagte Kamm. Ähnlich sah es auch der Physiker Wolfgang Neumann, der sich mit Verweis auf Materialverschleiß gegen eine Laufzeitverlängerung aussprach und wegen der ungelösten Frage des Endlagers einen Ausstieg forderte.
Ein Rohr der Zuleitung zum Dampfgenerator ist gebrochen, der Sekundärkreislauf kontaminiert, eine Dampfwolke entwichen.
Wie können sich die Damen und Herren der Atomlobby ernsthaft hinstellen und Sicherheit propagieren, wenn gleichzeitig derartige Unfallszenarien geübt werden müssen? Ich meine ein Rohrbruch?!?
Solche Krisenübungen werden an 15 Tagen pro Jahr im Simulator durchexerziert.
Die Betreiber eines AKW wenden also mehr als 4% ihrer Laufzeit für Störfallübungen auf…
Jedes Wort der telefonischen Mitteilung ist sorgfältig gewählt. Katastrophenschutzübungen und -pläne sind eine heikle Angelegenheit. Das zeigte sich schon 1980, nachdem Unbekannte bei einem Einbruch ins Landratsamt Lörrach den Katastrophenplan für Fessenheim entwendeten und veröffentlichten.
Auf gut Deutsch: Lieber die Worte richtig wählen, schließlich möchteman selbst ja auch wiedergewählt werden…
Wie viel Nutzen bringen solche Übungen für den Ernstfall? “Käme es zu einer Kernschmelze”, sagt Christian Küppers, Experte für Nukleartechnik am Ökoinstitut in Darmstadt, “müsste man den gesamten Oberrhein evakuieren.” Dafür würden die Kapazitäten nicht reichen.
Das muss man sich mal auf der Zunge zergehenlassen: Dafür würden die Kapazitäten nicht reichen!
Weil aber die Belastung mit radioaktiven Substanzen weit unter dem Grenzwert geblieben ist, ab dem Jodtabletten eingenommen werden sollen, erteilt das Ministerium zugleich die Weisung: Die Empfehlung, im Haus zu bleiben, ist zurückzunehmen. In Freiburg sorgt das für Unverständnis. Inzwischen vertritt Ulrich Springer den Regierungspräsidenten. Er greift zum Telefon, landet erst bei einer Werbeagentur, dann beim Ministerium: “Den Menschen sagen, sie können wieder rausgehen, und gleichzeitig den Katastrophenalarm beibehalten – das ist nicht vermittelbar.” Außerdem ist man der Ansicht, dass das Umweltministerium nicht weisungsbefugt ist.
Also wenn daraus nicht eindeutig hervorgeht, dass die Damen und Herren ALLES unter Kontrolle haben…
]]>Aus einem französischen Atomkraftwerk bei Lyon sind rund hundert Liter nicht radioaktives Industrieöl in die Rhône gelaufen. In dem Atommeiler in Bugey in der Nähe von Lyon sei ein Behälter übergelaufen, teilte das Kraftwerk mit.
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Nach Angaben der Feuerwehr bildeten sich auf der Rhône mehrere Quadratmeter große Öllachen. Wie es zu dem Zwischenfall kam, sei noch unklar, sagte Blond. Die Bezirksverwaltung und die französische Atomaufsicht seien informiert.(Quelle: Badische Zeitung)
Nukleares Material sei debei nach Behördenangaben zwar nicht in die Umwelt gelangt, doch eine grundlegende Frage bleibt: Wenn nicht einmal simpelste Öltanks in Kraftwerken vor katastrophalen Umweltverschmutzungen sicher sind, wie soll es dann für ganze Nuklearanlagen garantiert werden?
]]>Die französische Atomaufsicht (ASN) hat den Stromkonzern EDF zur Sanierung von Wasserstoffleitungen aufgefordert, um die Gefahr einer Explosion im Atomkraftwerk Cruas-Meysse einzudämmen. Ein ASN-Sprecher erklärte am Dienstag im Rundfunk, bei einem Leck könnte Wasserstoff explodieren. Radioaktivität könnte dann in das Reaktorgebäude oder sogar in die Umwelt gelangen.
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Kontrolleure der ASN hatten im September in dem südfranzösischen Kraftwerk «Abweichungen von den Regeln für die Kanalisation zum Transport explosiver Stoffe» festgestellt. Die Aufseher drohten EDF mit Strafmaßnahmen, wenn das Problem nicht binnen drei Monaten behoben werde. Kontrollen in anderen Kraftwerken hatten unter anderem die Wartung von Röhren bemängelt.
]]>Und ganz nebenbei wurde auch dem letzten der über 10 Mio Zuschauern des gestrigen Krimi-Highlights klar: Diese ganze Atommüll-Sache, das wächst uns ziemlich schnell ziemlich über en Kopf. Dass der Tatort auch vom Timing her grandios war, braucht eigentlich kaum noch erwähnt zu werden…
]]>Warum das Feuerlöschsystem ansprang und wie die Menschen genau ums Leben kamen, ist bislang unklar. Derartige Systeme auf russischen Atom-U-Booten setzen üblicherweise Schaum und Chemikalien ein, wie RIA-Nowosti unter Berufung auf einen ungenannten Schiffsbauexperten berichtete.
Das U-Boot selbst sei nicht beschädigt, an Bord sei keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden, sagte der Marinevertreter. Es habe Anweisung erhalten, sofort in den Hafen zurückzukehren.
Hier gibt es den ganzen Artikel: http://www.spiegel.de/panorama/0,1518,589303,00.html
[UPDATE]:
]]>Nach offiziellen Angaben schaltete sich aus bisher ungeklärten Gründen in zwei Abteilungen das Feuerlöschsystem des U-Boots ein: Dort wurde das Gas Freon (Halogenkohlenwasserstoff) eingeleitet, das im Falle eines Brandes der Luft den Sauerstoff entzieht. Die Besatzungsmitglieder, die sich in den betroffenen Abteilungen befanden, erstickten. Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ria-Nowosti sind allerdings für alle Besatzungsmitglieder Sauerstoffgeräte vorgeschrieben, die es erlauben, trotz des Gasaustritts zehn Minuten lang weiterzuatmen. Verschiedene Experten in russischen Medien vermuten, dass menschliches Versagen bei einem der Versuche ein Grund für das Unglück gewesen sein könnte.
Das U-Boot selbst sei nicht beschädigt, an Bord sei keine erhöhte Radioaktivität gemessen worden, sagte der Marinevertreter Igor Dygalo. Inzwischen wurden die Verletzten vom U-Boot-Zerstörer “Admiral Tributs” geborgen, das U-Boot selbst kehrte in den Hafen “Bolschoj Kamen” (etwa 40 Kilometer von Wladiwostok) zurück. In der U-Boot-Werft in Komsomolsk am Amur wurden inzwischen Listen mit den Namen der Opfer ausgehängt. Die Leichen wurden bereits nach Nachodka, Wladiwostok und Bolschoi Kamen gebracht.
Atomkraftgegner haben am Samstag mit einer Blockade in Rheinland-Pfalz den Atommülltransport von Frankreich ins niedersächsische Gorleben gestoppt. Nach Angaben eines Polizeisprechers ketteten sich am Mittag bei Berg in der Pfalz (Kreis Germersheim) drei Atomkraftgegner unter den Bahnschwellen an.
Rund sechs Stunden nach Beginn der Protestaktion gelang es der Polizei, einen der drei angeketteten Demonstranten vom Gleisbett zu lösen.
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Bei den angeketteten Demonstranten handelt es sich um eine Frau und zwei Männer. Eigenen Angaben zufolge hatten sie unter den Bahnschwellen einen Betonblock versteckt und dann gegen 12.45 Uhr ihre Arme so daran befestigt, dass sie sich nicht mehr von selbst befreien konnten. “Den Transport von hoch radioaktivem Atommüll ins Zwischenlager Gorleben nehmen wir nicht einfach hin”, hieß es in einer Erklärung der Blockadeteilnehmer. Die Polizei musste mit schwerem Gerät anrücken.
Und weiter:
Nach Angaben der Polizei blockierten 300 Atomkraft-Gegner am Freitagabend in Metzingen im Kreis Lüchow-Dannenberg im Anschluss an einen Laternenumzug eine Bundesstraße. Dabei wurden Strohballen in Brand gesetzt. An der Blockade beteiligte sich auch ein Dutzend Bauern mit ihren Traktoren.
Die Polizei löschte die Strohballen mit Hilfe von Wasserwerfern. Beamte seien mit Eiern und Flaschen beworfen worden, erklärte ein Sprecher. Bei dem Einsatz sei eine Polizistin leicht verletzt und fünf Demonstranten in Gewahrsam genommen worden. Ein Sprecher der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg sprach von ” üblichen Scharmützeln und Reibereien mit der Polizei”.
Die kompletten Artikel gibt es hier und hier zu lesen.
Die Tagesschau berichtet ebenfalls groß über die Proteste:
]]>Im niedersächsischen Gorleben haben am Sonnabend fast 15.000 Atomkraftgegner gegen den Atommüll-Transport aus Frankreich demonstriert. Nach Angaben der Polizei kamen 14.500 Menschen zu einem Protestzug zusammen – das waren weit mehr als in den Vorjahren. Direkt nach der Demonstration versammelten sich Hunderte Menschen an der Zufahrt zum Zwischenlager Gorleben zu einer Sitzblockade. Nach Angaben der Organisatoren setzten sich 500 Demonstranten unter dem Motto “Wir sind gekommen um zu bleiben” auf die Straße. Landwirte unterstützten die Aktion mit Traktoren. An der Blockade nahmen auch Politiker der Grünen teil. Unter ihnen war die Parteivorsitzende Claudia Roth. “Es ist wichtig, den zivilen gewaltfreien Ungehorsam zu unterstützen”, sagte Roth. Die Polizei griff zunächst nicht ein.
]]>Zugleich erklärte die Regierung das durch radioaktive Laugen zum Teil verseuchte frühere Salzbergwerk Asse offiziell zum atomaren Endlager und unterwarf es damit dem Atomrecht.
Die bislang vom Münchner Helmholtz-Zentrum betriebene Asse hat derzeit noch den Status eines Forschungsbergwerks und fällt damit unter das Bergrecht. Mit dem Betreiberwechsel zieht das Kabinett die Konsequenzen aus schwerwiegenden Versäumnissen auch bei der Aufsicht.
Nun sei der Weg frei für eine Stilllegung der Asse nach Atomrecht, erklärte das Bundesforschungsministerium. Dafür sei mit dem BfS künftig diejenige Behörde zuständig, “die den größten Sachverstand für die nötigen Aufgaben der Zukunft hat”, sagte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Das BfS untersteht seinem Haus, während Mehrheitseigner des Helmholtz-Zentrums das Bundesforschungsministerium ist. Dessen Ressortchefin Annette Schavan verwies auf das gemeinsame Ziel einer “transparenten und sicheren Schließung” der Asse. “Dazu haben wir heute den richtigen Schritt getan.”
Der Rauch sei aus einem Raum, in dem Metallabfälle verbrannt würden, ausgetreten, teilte ein Sprecher der Japanischen Atomenergiegesellschaft mit. Die Reaktoren befänden sich in einem anderen Teil der Anlage und seien nach wie vor am Netz. Die Ursache der Rauchentwicklung ist noch unklar.
Das japanische Atomenergieprogramm kann eine ganze Reihe von Pannen und Unfällen verzeichnen. Bei dem Unfall in Tokaimura waren vor zehn Jahren zwei Arbeiter getötet und 700 Menschen Radioaktivität ausgesetzt worden. Im August war in einem Kernkraftwerk im Süden Tokios eine uranhaltige Flüssigkeit aus einem Container ausgetreten und hatte zwei Menschen radioaktiver Strahlung ausgesetzt.
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