Biblis ’08 probt den “Ernstfall” – mit 1000 Freiwilligen

Categories: Stufe unbekannt
Biblis ’08 probt den “Ernstfall” – mit 1000 Freiwilligen

Das AKW Biblis probt an diesem Wocheneende wie bereits berichtet den Ernstfall. 1000 Freiwillige sind hierfür 2 Tage unterwegs, um einen atomaren Unfall der Stufe INES 6 einzudämmen. Hierzu ein Zitat von Main-Spitze: Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW bemängelte, dass bei der Übung lediglich die Folgen eines schweren Atomunfalls und nicht einer Katastrophe wie in Tschernobyl simuliert werde. Außerdem zeigten widersprüchliche Empfehlungen einer Notfall-Broschüre des Biblis-Betreibers RWE, wie hilflos die Behörden einem echten Atomunfall gegenüberstünden. Nach Ansicht der hessischen Grünen beweist die Katastrophenübung die besondere Gefahr des Reaktors in Biblis. Nur ein abgeschaltetes Atomkraftwerk sei ein sicheres Atomkraftwerk, hieß es. Ich zitiere hierzu einfach auch einmal einen Absatz aus der Wikipedia, der den Aufwand beschreibt, der in Tschernobyl nach der Katastrophe notwendig war: Unmittelbar nach dem Unglück und bis Ende 1987 wurden etwa 200.000 Aufräumarbeiter („Liquidatoren“) eingesetzt. Davon erhielten ca. 1.000 innerhalb des ersten Tages nach dem Unglück schwere bis absolut tödliche Strahlendosen im Bereich von 2 bis 20 Gray. Die restlichen Liquidatoren erhielten demgegenüber wesentlich geringere (sich nicht direkt auswirkende) Strahlendosen bis zu maximal etwa 500 Millisievert (mSv), bei einem Mittelwert von etwa 100 mSv. Die Zahl der Liquidatoren erhöhte sich nach Angaben der WHO in den folgenden Jahren auf 600.000 bis 800.000. Die Zahl ist ...

Kernkraftwerk Gundremmingen – Januar 2008

Categories: Stufe 0 - Ereignis unterhalb der Skala
Kernkraftwerk Gundremmingen – Januar 2008

Am Sonntag, dem 6. Januar 2008, wurde Block B des Kernkraftwerks Gundremmingen in den frühen Morgenstunden vorsorglich abgeschaltet. Der Grund war eine Leistungsminderung in einer der beiden Niederdruckturbinen um rund 3 %; das entspricht einer Leistung von etwa 40 Megawatt. Grund war eine defekte Schweißnaht an einem Rohr. Dadurch ist der Dampf direkt in den Kondensator gelangt, ohne durch die Rotoren der Turbine gekommen zu sein. Um die Ursache für die Leistungsminderung zu ermitteln und den Schaden zu beheben sowie mögliche Auswirkungen auf die Turbine zu vermeiden, wurde der Block heruntergefahren. Am 8. Januar wurde das Problem an der Schweißnaht behoben. Die Leistungsminderung in der Niederdruckturbine hatte keine sicherheitstechnische Bedeutung für die Anlage und die Umgebung des Kraftwerks. Es bestand keine Meldepflicht. Der Reaktor wurde am 12. Januar wieder angefahren. Der Grund für den Defekt war ein Leck in einer Anzapfleitung im Inneren des Kondensators, so dass der Dampf ungenutzt zurück in den Kreislauf lief. Über insgesamt neun Zwischenfälle (fünf im Block B, vier im Block C) wurde die Aufsichtsbehörde im Jahr 2007 informiert. Sie seien alle als „sicherheitstechnisch bedeutungslos“ bewertet worden. Die Abgabe radioaktiver Stoffe habe dabei stets unter den Grenzwerten gelegen, so die Auskunft des technischen Geschäftsführers, Dr. Helmut Bläsig, auf ...

Lubmin bei Greifswald – 1975

Categories: Leseempfehlungen, Stufe 4 - Unfall
Lubmin bei Greifswald – 1975

7. Dezember 1975 – Ein Elektriker wollte seinem Lehrling zeigen, wie man elektrische Schaltkreise überbrückt. Dabei kam es zu einem Kurzschluss auf der Primärseite des Block-Trafos des Blocks 1, durch den entstehenden Lichtbogen brach ein Kabelbrand aus. Das Feuer im Hauptkabelkanal zerstörte die Stromversorgung und die Steuerleitungen von 5 Hauptkühlmittelpumpen (6 sind für einen Block in Betrieb). Das Feuer konnte jedoch durch die Betriebsfeuerwehr schnell unter Kontrolle gebracht und die Stromversorgung der Pumpen provisorisch wieder hergestellt werden, da sofort nach Auftreten des Brandes Gegenmaßnahmen ergriffen wurden und die Betriebsmannschaft zu jeder Zeit des Unfalls die richtigen Entscheidungen traf. Nach dieser Beinahe-Katastrophe wurden der Brandschutz innerhalb des Kraftwerks erheblich verstärkt und die „Räumliche Trennung“ bei sicherheitsrelevanten Einrichtungen eingeführt, was mehrere Wochen in Anspruch nahm; dabei erhielt jede Hauptkühlmittelpumpe ihre separate Stromversorgung. Der Fall wurde erst nach der Wende 1989 im Fernsehen publik gemacht. Durch sowjetische Stellen wurde bereits wenige Stunden nach dem Zwischenfall die IAEA informiert, die diesen Unfall in INES 4 einstuften. Der 10-%-Grenzwert der zulässigen Aktivitätsabgabe wurde nicht überschritten. Spätere Auswertungen der Vorgänge durch eine Regierungskommission und die Bestätigung der von der Kommission gezogenen Schlüsse durch die IAEA zeigen, dass eine erfahrene Betriebsmannschaft anlagenbedingte Schwachstellen (hier das fehlende Containment) ausgleichen kann. ...

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