Der erste schwere Störfall in Brunsbüttel ereignete sich am 18. Juni 1978, nur 2 Jahre nach Inbetriebnahme, als durch ein Leck an einer Dampfleitung 2 Tonnen radioaktiver Dampf in die Atmosphäre entwichen. Trotzdem lief der Reaktor noch über zwei Stunden weiter - die Betriebsmannschaft hatte das automatische Sicherheitssystem manipuliert, um die Anlage am Netz zu halten. Das AKW stand daraufhin mehr als zwei Jahre still.
Als das AKW wieder in Betrieb genommen wurde, war schon bekannt, dass Rohrleitungen mit schweren Mängeln eingebaut worden waren. So musste Brunsbüttel von 1982 bis 1983 wieder still gelegt werden, um die Rohre auszutauschen. 1989 musste der Reaktor wegen zahlreichen Störfällen wieder für ein Jahr vom Netz.
Bei der Revision 1992 traten wieder Probleme mit Rohrleitungen, man fand über 60 Risse. Brunsbüttel blieb für 1025 Tage vom Netz, das ist die längste Stillstandszeit, zu der es bei einem deutschen AKW je gekommen ist.
Insgesamt hält das AKW Brunsbüttel unter allen deutschen Atomkraftwerken den Rekord an Stillstandszeiten.
(Quelle: RobinWood)